Bewertung
Grundlegend wird bei der Bewertung einer US-Police vom Zweitmarkt auf die gleichen Grundprinzipien zurückgegriffen, die bereits seit vielen Jahrzehnten in der Lebensversicherungswirtschaft als allgemein anerkannter Standard gelten. Dabei werden unter Berücksichtigung versicherungsmathematischer Tabellen und den individuellen Gegebenheiten, wie z.B. der prognostizierten Lebenserwartung des Versicherten und den Prämienverläufen gemäß der individuellen Police, zukünftig erwartete Zahlungsströme prognostiziert. Diese setzen sich aus drei wesentlichen Komponenten zusammen:
a) den erwarteten Einnahmen aus den Ablaufleistungen,
b) den erwarteten Ausgaben aus den Prämienzahlungen sowie
c) den direkt Kosten für die Aufrechterhaltung der Police.
Diese Projektionen werden jeweils für die nächsten 40 Jahre vorgenommen. Daraus ergeben sich dann die zukünftig zu erwartenden Zahlungsströme einer Police bzw. eines ganzen Portfolios. In der Regel wird dies in den ersten Jahren zunächst negativ sein, weil die zu zahlenden Prämien die erwarteten Ablaufleistungen übersteigen. Um daraus einen heutigen Wert zu ermitteln, müssen diese zukünftigen Zahlungen mit Hilfe eines Diskontierungsfaktors umgerechnet werden. Da die Zahlungsströme in diesem Fall sehr lange laufen, wirken sich Unterschiede in diesem Diskontierungsfaktor sehr stark auf den daraus abgeleiteten heutigen Barwert aus. Die darunter liegenden Zahlungsströme bleiben dabei aber immer gleich.
In den vergangenen Jahren gab es hohe Schwankungen in dem Diskontierungsfaktor, der im Markt zur Anwendung kam, um US-Policen am Zweitmarkt zu erwerben. So lag dieser in den Jahren 2002-2004 durchaus im Bereich von 16-18%. In den folgenden Jahren fiel dieser Faktor, der im Markt auch als Einkaufsrendite bezeichnet wird, mit der steigenden Nachfrage auf einen Wert von 8-11%. Teilweise war es am Markt sogar schwierig, überhaupt Policen zu erwerben. Als Auswirkung der Finanzkrise stieg die Einkaufsrendite wieder auf den heutigen Wert von etwa 16-18%.
Für die monatliche Portfoliobewertung existieren verschiedene Bewertungsansätze. Es gibt einen buchhalterischen und einen versicherungsmathematischen Ansatz. Bei der buchhalterischen Methode wird der Portfoliowert anhand der aktuellen Gesamtinvestition berechnet. Hingegen wird bei dem versicherungsmathematischen Ansatz der Portfoliowert wie oben beschrieben auf der Basis des Barwertes der aktuarisch prognostizierten zukünftigen Zahlungsströme ermittelt.
Der Buchwert des Portfolios gibt an, mit welchem Betrag sämtliche Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten an einem Stichtag in die Bilanz eingehen. Die Policen werden dabei zu den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Diese ergeben sich aus den Einkaufspreisen und gezahlten Prämien.
Der Substanzwert ist der Wert, den das Portfolio bzw. der einzelne Anteil hat, wenn die Policen bis zur Fälligkeit gehalten werden. Die Anteile werden aufgrund der erwarteten mittelfristigen Wertentwicklung und der prognostizierten Fälligkeiten der Policen bewertet. Dabei werden die zukünftigen erwarteten Zahlungsströme mit einem konstanten Diskontfaktor von derzeit 11% abgezinst.
Der Marktwert ist der Wert, der für eine Verwertbarkeit des Portfolios am Tertiärmarkt ermittelt wird. Auf dieser Basis wird der Anteilspreis eines einzelnen Anteils von LTAP ermittelt. Die Bewertungsmethode berücksichtigt den Preis im aktuellen Marktumfeld. Dabei werden die aktuarisch prognostizierten zukünftigen Zahlungsströme mit einem variablen Diskontfaktor abgezinst. Dieser errechnet sich aus den durchschnittlichen Einkaufsrenditen des vergangenen Jahres. Zum Jahresende betrug er 17,91%.
Der Beleihungswert ist ein Wert, den ein Kreditgeber für eine Kreditsicherheit ermittelt. Dieser Bewertungsansatz kann auf ähnlicher Basis wie die vorgenannten Ansätze durchgeführt werden. Eine Bank ist jedoch völlig frei Ihren eigenen Bewertungsansatz festzulegen.

