Refinanzierung

Bei der Refinanzierung des LTAP Portfolios gibt es verschiedene grundsätzliche Alternativen, die sich in Ihrer Struktur zum Teil wesentlich voneinander unterscheiden. Dabei handelt es sich um die folgenden Optionen:

1. Langfristige Refinanzierung mit Bank Beteiligung
2. Kurzfristige Refinanzierung mit Hedge-Fonds Beteiligung
3. Abverkauf des Portfolios
4. Nutzung des Portfolios für synthetische Transaktionen
5. Rückversicherung des Portfolios und anschließende Finanzierung

Nachfolgend werden die einzelnen Optionen genauer beschrieben. Der aktuelle Verhandlungsstand zu den verschiedenen Optionen ist auf der Homepage unter Nachrichten oder im Download Bereich unter dem Punkt Kommunikation zu finden.

1. Langfristige Refinanzierung mit Bank Beteiligung

Zielsetzung ist hierbei die Refinanzierung des gesamten Portfolios mit einem Zeithorizont von mindestens fünf besser neun Jahren. Über diesen langen Zeitraum kommen nur Banken als Darlehensgeber in Frage. Dadurch, dass die aktuellen Marktpreise sehr niedrig und gleichzeitig die Beleihungsrichtlinien der Banken insgesamt konservativer geworden sind gibt es keine Bank, die die vollständige Kreditlinie der Wells Fargo refinanzieren würde.

Es ist deshalb notwendig, zusätzliches Kapital in Form von Mezzanine und/oder Eigenkapital zuzuführen. Die Tranchen könnten sich etwa in der Größenordnung

  $50 Mio + $50 Mio Bankdarlehen zzgl. Liquiditätslinie
$150 Mio Mezzanine
  $50 Mio Eigenkapital

bewegen. Der Zinssatz für das Bankdarlehen könnte knapp unter 10% p.a. liegen. Die Mezzanine Tranche könnte in etwa eine Verzinsung von 14-16% p.a. erfordern ggf. auch mit gewissen Gewinnbeteiligungen. Das Eigenkapital kann sowohl von neuen als auch den existierenden Investoren aufgebracht werden. Neue Investoren orientieren sich daran, was sie bei einem anderen Investment ebenfalls verdienen könnten. Dies bedeutet, dass sie dem LTAP Portfolio Geld basierend auf einer aktuellen Markbewertung zuführen würden. Da diese Bewertung nah an der Größe der Gesamtkreditlinie ist, würde dies aus Sicht eines Eigenkapitalinvestors bedeuten, dass dieser 100% des gesamten Eigenkapitals zur Verfügung stellt. Deshalb würde eine Eigenkapitaltranche, die ausschließlich von externen Investoren gezeichnet werden würde zu einem hohen Verwässerungseffekt für die existierenden Anleger führen.

2. Kurzfristige Refinanzierung mit Hedge-Fonds Beteiligung

Im Markt für US Policen sind fast keine Banken aktiv. Eine wesentlich größere Rolle spielen Hedge und Private Equity Fonds. Diese sind zwar flexibler in ihren Anlagezielen und in der Lage recht schnell zu agieren. Auf der anderen Seite sind deren Zinserwartung wesentlich höher und die Laufzeiten eines Investments kürzer. Darüber hinaus vergeben diese Fonds keine Liquiditätslinien, was dazu führt, dass hier höhere Beträge abgerufen werden müssen.

In diesem Falle würden zwei Tranchen bei der Refinanzierung eingesetzt werden:

$200 + $50 Mio Hedge/Private Equity Fonds
$50 Mio Eigenkapitel

Die Laufzeiten bei einer solchen Finanzierung liegen zwischen einem und drei Jahren. Der Zinssatz liegt bei bis zu 20% p.a. ggf. zusätzlich einer Gewinnbeteiligung. In Abhängigkeit von der Höhe der Eigenkapitaltranche kann dieser Zinssatz auch um einige Prozentpunkt gesenkt werden. Bei einer solchen Finanzierung geht es primär um die Aufrechterhaltung der Option auf das Portfolio und keine langfristige gesamte Refinanzierung.

3. Abverkauf des Portfolios

Das LTAP Portfolio ist eines der größten und qualitativ hochwertigsten Portfolios am Markt. Viele Interessenten, die in diese Assetklasse einsteigen wollen haben Interesse, dieses zu erwerben. Die derzeit am Markt erzielbaren Preise führen aber dazu, dass mit den Erlösen eines simplen Verkaufs nur die Kreditlinie an Wells Fargo bedient werden könnte und für die Anleger nichts übrig bleibt.

Es gibt aber auch noch alternative Strukturen, bei denen ein Besserungsschein Teil der Transaktion ist. Dies bedeutet, dass Übererlöse bei guter Performance des Portfolios oder einem Abverkauf bei steigenden Marktpreisen den Anlegern zu Gute kommen.

4. Nutzung des Portfolios für synthetische Transaktionen

Große Investmentbanken bieten synthetische Produkte und Derivate auf der Basis von US-Lebensversicherungspolicen an. Dazu wird als Unterlegung ein physisches Portfolio benötigt. Auf dieser Basis sind verschiedene Transaktionsmodelle möglich, die unter anderem auch eine hohe Zahlung an den Portfolioinhaber zu Beginn beinhalten können, die dazu dienen könnte, die Wells Fargo Kreditlinie abzulösen.

5. Rückversicherung des Portfolios und anschließende Finanzierung

Ein wesentlicher limitierender Faktor bei Banken, der dazu führt, dass keine Darlehen vergeben werden ist die Unsicherheit, die mit den Mortalitäten des Portfolios einhergehen. Es gibt derzeit mehrere Rückversicherer, die Produkte anbieten, die über die Laufzeit des Portfolios einen Mindestcashflow garantieren. Aus Sicht einer darlehensgebenden Bank wird damit ein Kredit auf der Basis eines Zahlungsversprechens eines Rückversicherers und nicht den Rückflüssen aus Ablaufleistungen auf der Basis von Sterbefällen gegeben. Es handelt sich damit um eine strukturierte Finanzierung und kein typisches US-Policen basiertes Darlehen mehr. Das Spektrum möglicher Banken wird dadurch größer. Auf der anderen Seite wird die Transaktion dadurch komplexer, weil mehr Parteien beteiligt sind.