Frequently Asked Questions - Chapter 11

Ja. Seit Ende Mai ist das Chapter 11 Verfahren von LTAP aufgehoben. Damit unterliegt LTAP keinen Handlungsbeschränkungen mehr.

Wells Fargo hatte einen Titel, der vollstreckt werden konnte. Insofern hatte die Bank Aussicht auf die Kontrolle über das Portfolio. Allerdings hatte auch Wells Fargo ein Interesse daran, eine gerichtliche Auseinandersetzung um Schadens­ersatzansprüche zu vermeiden und hat deshalb einem Vergleich zugestimmt.

Wells Fargo verzichtete darauf, dass auch die LT Fonds selbst ihren Verzicht auf Schadensersatzansprüche erklären. Gleichzeitig war Wells Fargo nicht bereit, für den Abschluss eines Vergleichs auf die Ergebnisse eines Umlaufbeschluss­verfahrens zu warten oder die Wirksamkeit der Vereinbarung von einer nach­träglichen Zustimmung abhängig zu machen. Das Management hat sich unter Abwägung der Chancen und Risiken der verschiedenen Alternativen für einen Vergleich entschieden.

Das Portfolio wird auf eine Zweckgesellschaft von Wells Fargo übertragen. Dadurch wird es möglich, dass das Chapter 11 Verfahren formell beendet wird. Wells Fargo zahlt weiter die laufenden Prämien. LTAP hat ein exklusives Recht die Policen auf LTAP zurück zu übertragen, wenn das ausstehende Darlehen nebst Kosten an Wells Fargo bis zum 31. August 2011 abgelöst wird. Im Gegenzug verzichten LTAP und die BAC Gesellschaften darauf, Wells Fargo zu verklagen.

Seit 2009 hat der LTAP intensiv mit Wells Fargo über Refinanzierungs­möglichkeiten verhandelt. Eine gemeinsam verfolgte Platzierung einer Anleihe zur Refinanzierung wurde im März 2010 einseitig und überraschend von Wells Fargo abgebrochen. Sämtliche Refinanzierungsvorschläge, die LTAP Wells Fargo in der Folge im vergangenen Jahr unterbreitet hat, wurden von der Bank ausgeschlagen.

Insofern war der „Chapter 11“-Restrukturierungsantrag der einzige Weg, um den drohenden Zugriff durch die Bank abzuwehren. Wie wir jetzt nach Einsicht bankinterner Unterlagen im Rahmen der gerichtlichen Anhörungen wissen, plante Wells Fargo bereits Anfang Dezember 2010 die Kontrolle über die Policen an sich zu nehmen. Im Klartext: Ohne den Chapter 11-Antrag hätte die Bank augenscheinlich bereits vollstreckt.

Seit geraumer Zeit hatte BAC alle denkbaren Anstrengungen unternommen, um trotz des schwierigen Kapitalmarktumfelds und des widersprüchlichen Verhaltens der kreditgebenden Bank Refinanzierungspartner zu sichern. Wir haben auch die renommierte US-Investmentbank Guggenheim Securities eingeschaltet, um gemeinsam zusätzliche alternative Finanzierungspartner zu identifizieren, mit deren Hilfe wir den Kredit von Wells Fargo ablösen können. Parallel hatte BAC Wells Fargo vorschlagen, auf der Basis dieses Modells in die Verhandlungen zurückzukehren. In diesem Zusammenhang war die Bereitschaft einiger Anleger, ihren Fonds mit zusätzlichen Mitteln zu unterstützen, sehr vielversprechend. Leider war die Bank dennoch nicht bereit, einen kooperativen Weg zu gehen.

Wir haben in den letzten Tagen erneut versucht, eine Einigung mit Wells Fargo zu erreichen. Die daraufhin vorgelegten Vertragsbedingungen waren aber völlig inakzeptabel, da diese vorsahen, dass Wells Fargo ein fast jederzeitiges und willkürliches Verwertungsrecht erhalten und gleichzeitig die Anleger auf alle weitergehenden Rechte zu verzichten hätten. Unter dieser Voraussetzung und mit dieser Unsicherheit wäre die ernsthafte Bemühung um alternative Refinanzierungspartner aussichtslos gewesen.